歸 guīling 靈

Die Rückkehr der Seele

chin. guī - zurückkehren, heimkehren, überlassen                     chin. líng - Seele


Der Seelenverlust

Man spricht hier von einem sog. Seelenverlust, der einerseits sehr aprupt sein kann, z.B. durch plözliche emotionale Ereignisse, andererseits aber auch durch eine längerandauernde Schwächung der Seele, die lt. TCM durch einen Mangel an Blut xue hervorgerufen werden kann. Blut ist eine materielle, yinne Energieform, die den Geist shen und die Wanderseele hun, die ihrerseits eine sehr flüchtige, yange Eigenschaft besitzen, nährt und ankert. Das bedeutet, dass ein gesunder, (qualitativ) gut genährter Körper eine stabile, fundierte Behausung für die Seele(n) bietet, wodurch diese auch kraftvoll sind. Länger andauernde, krankhafte Prozesse, sowohl auf körperlicher, als auch auf geistiger Ebene schwächen das Blut und damit die Eernährung von Geist und Seele, wodurch die Verbindung von Körper und Seele geschwächt wird, was zu einem Seelenverlust führen kann. Ein Beispiel hierfür wäre lang andauernder Stress, Burnout, etc. die klassische Beispiele für einen Seelenverlust darstellen könnne, der sich dann als Depression äußert. Diese langsamen Prozesse betreffen eher die Wanderseelen hun, während die akuten, emotionalen Traumata die Körperseele po in Mitleidenschaft ziehen, wobei man das eher als Denkmodell und nicht absolut betrachten sollte. Allerdings ist diese Btrachtung sinnvoll, wenn man Meridiane und Akupunkturpunkte zu Hilfe nimmt, um die Seele wieder in den Körper zu integrieren.

 

Mögliche Anzeichen für eine bestehende Beeinträchtigung der Seele sind:

  • Das Gefühl nicht richtig im eigenen Körper verankert zu sein
  • Man fühlt sich dumpf, apathisch, als wäre ein Teil in einem tot
  • Man hat das Gefühl, als stünde man neben sich
  • Ständige Orientierung am Außen um innere Leere zu füllen
  • Emotionale Verstimmungen (Wut, Trauer, Sorge, Grübeln)
  • Innere Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen, Albträume
  • Gefühl von Verunsicherung
  • Schwaches Immunsystem
  • Suchtverhalten (Alkohol, Drogen, Essen, …)
  • Körperliche Leiden ohne ersichtliche und nachgewiesene Ursache und Manifestation
  • etc.


Die Seelenrückholung

Der Schamane begibt sich in einen Zustand, in dem er seine Seele wie oben beschrieben, auf Reisen gehen lässt. Geführt, unterstützt und beraten von seinen geistigen Helfern (Lehrer, Ahnen, Krafttiere, Götter, Devas) sucht er in der „Nichtalltäglichen Wirklichkeit“, dem Bereich in dem sich die Seelen, Geister und Dämonen befinden, nach dem verlorenen Seelenteil. Hat er diesen gefunden, überzeugt der Schamane ihn, zu seinem Körper zurückzukehren, damit dieser wieder ganz wird. Manchmal benötigt so ein Seelenteil noch Heilung, will überzeugt werden, hat seinem „Besitzer“ eine Botschaft aus der nichtalltäglichen Wirklichkeit zu übermitteln, was auch immer. Letztlich nimmt der Schamane diesen Seelenteil mit in die alltägliche Wirklichkeit und haucht ihn dem Menschen wieder ein. Der Mensch fühlt meistens eine sofortige Veränderung seines Zustandes, muss aber achtsam und bewusst den wiedergekehrten Seelenteil integrieren. Das klingt etwas unspektakulär, ist es aber ganz und gar nicht, allerdings kann man diese Prozesse nur sehr schwer in Worte fassen, da immer sehr persönliche Themen und Aspekte des Klienten bei so einer Arbeit mitschwingen, die eigentlich immer sehr berührend sind.

 

Eine weitere Möglichkeit ist die Rückholung von Organseelen, bzw. Elemtarseelen

Da der Mensch fast immer eine Form, bzw. einen formalen Ablauf, benötigt um sich etwas vorstellen oder benennen zu können, ordnete man z.B. auch den fünf Wandlungsphasen/Elementen ihre Eigenschaften zu, die wir bereits kennengelernt haben. Zusätzlich besitzen die fünf Wandlungsphasen auch eigene Kraft- bzw. Schutztiere. Die Daoisten haben im Rahmen der inneren Alchemie, wie sie die Meditations- und Übungspraxis nannten, mit der sie nach Unsterblichkeit strebten, noch zusätzlich jeder Wandlungphase einen „jungfräuliches Kind mit unberührtem Geist“ in der entsprechenden Elementarfarbe „meditativ gebildet“ der die reine Energie des Elements symbolisiert. Man kann mit diesen daoistischen Aspekten hervorragend schamanisch arbeiten, indem man sich auf sder schamanischen Reise z.B. mit dem Krafttier des Elements verbindet, sich von ihm führen lässt, um das Element genauer kennen zu lernen, oder Aspekte von ihm zu finden, die man verloren hat oder die man noch gar nie kennengelernt hat. Auch kann man vom „jungfräuliches Kind mit unberührtem Geist“ geführt werden um mit dem entsprechenden Element zu arbeiten.

feder