蠱 guchōu 抽

 "Übles  herausziehen"

 chin. gu  - -Wahnsinn, früher massiven Parasitenbefall    chin. chōu – entnehmen, herausziehen, wegziehen

 

Extraktion

…bedeutet im schamanischen Zusammenhang, das Entfernen von spirituellen Krankheitsauslösern und Krankheiten aus dem menschliechen Energiesystem (Aura, Meridiane, Chakren) oder dem Körper.

 

Die TCM kennt diese Thematik auch und benent die Krankheitsauslöser, oder spirituelle Eindringlinge  gui und gu.

gu 蠱 findet man heute als "Wahnsinn" im Wörterbuch, früher allerdings meinte man damit einen massiven Parasitenbefall. Im schamanischen Kontext werden spirtuelle Krankheiten auch fast ausschließlich in "parasitärer" Insekten- oder Wurmgestalt wahrgenommen und beschrieben. Das Gu-Syndrom beschreibt einen komplexen, therapieresistenten Zustand, der Körper, Geist und Seele aus den Angeln wirft - heute wie damals. .Ein weiteres interessantes Detail ist, dass sich das wort Zauberei wugu 巫蠱 aus den beiden Radikalen wu (Schamane) und gu zusammensetzt, was für mich den Zusammenhang von gu und spirituellen Kräften impliziert. Hier kommt der Schamane ins Spiel, der früher, aber auch heute, mit den spirituellen Kräften arbeitet und den Menschen befreit - gu also extrahiert.

 

gui 鬼 bedeutet Dämon, Geist, Gespenst, Spuk oder dunkle Machenschaft und ist interessanterweise auch ein Teil des Radikals für hun 魂, die „Wolkenseele“ des Holzelements und auch Teil des Radikals für po 魄, die „Körperseele“ des Metallelements. .

Wie bereits beschrieben, bilden die 3 hun-Seelen mit den 7 po-Seelen den gesamten „Seelenanteil“ des Menschen. Diese „Seelen-“ oder „Geist-Körper“ sind flüchtig und nicht wirklich fassbar, ebenso wenig wie ein Geist, oder Dämon dies ist, der ja keinen materiellen Körper aus Fleisch und Blut besitzt. Die po-Seelen sterben mit dem physischen Körper und verlassen diesen, um in die Erde zurückzukehren, haben demnach eine deutliche Yin-Tendenz, wenn man so will. Wenn nun ein Mensch z.B. ermordet wird, oder irdische Bedürfnisse offen sind, starke Emotionen zum Todeszeitpunkt vorherrschen, bleibt ein Teil der po-Seelen in der Welt der Lebenden und wird zu einem gui. Ein gui ist also, nach altem Volksglauben, eine verstorbene Seele, der Böses widerfahren ist, oder nicht geehrt werden Die hun-Seelen verlassen den Körper nach oben und speichern die Erfahrungen und Eindrücke, das Erlebte und Gelernte des Lebens, um in einem neuen Körper zu reinkarnieren oder am Ende in göttliche Sphären aufzusteigen.

Diese Geister und Dämonen können den Menschen beeinflussen, ja sogar Besitz von ihm ergreifen. Dann ist es Aufgabe des Schamanen, den Patienten von dem gui zu befreien und das Gleichgewicht der Kräfte wieder herzustellen. Er sorgt auch dafür, dass der gui befriedet wird und sterben, bzw. aufsteigen kann.

 

Quellen:

"Der Gelbe Kaiser", herausgegeben von Dr. Maoshing Ni, 6. Auflage; Verlag: O.W.Barth

Klaus-Dieter Platsch: Die fünf Wandlungsphasen - Das Tor zur chinesischen Medizin, 1. Auflage; Verlag: Urban& Fischer

Klaus-Dieter Platsch: Psychosomatik in der chinesischen Medizin, 2. Auflage; Verlag: Urban& Fischer

Claudia Focks: Leitfaden Chinesische Medizin, 6. Auflage; Verlag: Urban& Fischer

Tscheng-Tsu Schang: Chinas Weise Frauen - Heilerin, Schamanin, Priesterin; Verlag: edition amalia

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