巫 Wu 巫

Die chinesischen Schamanen


 wu 巫 ist die chinesische Bezeichnung für SchamanInnen und das Radikal zeigt zwei Menschen die tanzen. Traditionell haben die Schamanen getanzt, getrommelt, gerasselt und gesungen oder Mantren rezitiert, um mit der geistigen Welt zu kommunizieren. Ein interessantes Detail ist auch, dass das chinesische Radikal wu 巫 im Radikal ling 靈 (Seele) enthalten ist, das zwei Schamanen zeigt, die singen um Regen zu machen. Der Schamane hat also, im übertragenen Sinn, seine Seele ling soweit entfaltet, dass er mit den Göttern und Geistern sprechen kann, um sie zu überzeugen, es regnen zu lassen. Ein Mensch wird meiner Meinung nach nicht zum Schamanen durch einen Kurs oder einen Workshop. Eine Initiation durch das Leben und die Geister, andere Schamanen, die Sippe, für die der Mensch, der mit den Lebewesen und den Geistern zum Wohle aller kommuniziert und die Verantwortung übernimmt, machen ihn zum Schamanen. Er ist gleichermaßen Heiler, Weiser, Ratgeber, Seelsorger, Lehrer, Zeremonienmeister – vor allem aber ist er ein Mensch und Teil des Lebens. Gerade in unserer modernen und hektischen Zeit, in der der Kontakt zu den Rhythmen der Natur weniger präsent ist und wir uns zunehmend in virtuellen Realitäten aufhalten, wir nicht zuletzt dadurch einer Unmenge an Informationen und Eindrücken ausgesetzt sind, bedarf die Seele einer besonderen Aufmerksamkeit und Pflege, um nicht zu verkümmern oder Schaden zu nehmen. 


Die Methoden

… meiner schamanischen Arbeit sind sehr unterschiedlich und teilweise nicht einmal wirklich schamanisch im herkömmlichen Sinn – es kann sein, dass eine Moxa-Behandlung, Shonishin oder eine Akupressurtechnik, eine Qi Gong-Übung bereits Teil einer schamanischen Intervention ist, wenn ich diese im schamanischen Bewusstsein mache.

Rasseln, Trommeln, Räuchern sind dann Rahmenhandlungen, um schamanische Methoden auszuführen, wie:

  • Eine schamanische Reise zu unternehmen, um Informationen zu erhalten
  • Ein Krafttier zu holen, um Menschen wieder mit ihrer Energie in Kontakt zu bringen
  • Energetische Reinigungen durchzuführen
  • Rituale zu gestalten
  • Einen verlorenen Seelenteil zurückzuholen
  • Fremde und kranke Energien aus dem System zu „extrahieren“
  • Und vieles mehr

 

Im Grunde kann ich über Methoden gar nicht wirklich viel mehr sagen, da sie von Fall zu Fall und in jeder Situation unterschiedlich sind und ich dann direkt von meinen „Verbündeten“ in der nichtalltäglichen Wirklichkeit (Krafttiere, Lehrer, etc.) erfahre, was aktuell zu tun ist.

 

Trommel, Rassel & Co

…sind neben vielen anderen „Kraftobjekten“ die wichtigsten Hilfsinstrumente der Schamanen und dienen der Konzentration und Bündelung von Fokus und Kräften, mit denen der schamanisch Praktizierende arbeitet.

Mit der Rassel beginnt jedes schamanische Ritual, indem der schamanisch Praktizierende durch Rasseln, Sprechen, Pfeifen oder Singen einen energetisch geschützten Raum schafft, indem gearbeitet werden kann.

Die Trommel begleitet ihn in ihrem monotonen Rhythmus auf seinen schamanischen Reisen in einen veränderten Bewusstseinszustand, um die Nichtalltägliche Wirklichkeit zu bereisen. Darüber hinaus wird bei der Behandlung eines Klienten auch die Schwingung der Trommel genutzt, um das Energiefeld des Klienten zu reinigen, zu aktivieren und auszugleichen.

 

Räucherwerk ermöglicht die Wirkung von Pflanzen und Harzen – auch in Pflanzen stecken Hilfsgeister – zu nutzen um Körper, Geist und Seele gleichsam anzusprechen. Mithilfe von Federn oder Vogelschwingen wird der Rauch gezielt verteilt und auch der Geist des Vogels, dessen Feder verwendet wird ist in die schamanische Handlung eingebunden.